Liste der Sachliteratur zur Polyamorie
Nach Sprachen, Rubriken und in chronologischer Reihenfolge
Deutschsprachig
Ratgeber deutsch
- Jessica Fern: „Polysecure. Bindung, Trauma und konsensuelle Nicht-Monogamie“. Köln 2023 und das dazugehörige Workbook 2024 (Übersetzung aus dem Englischen); Bindungstheorie auf Polyamorie angewandt, derzeit das meistgelesene und -besprochene Buch zu Polyamorie.
- Janet W. Hardy, Dossie Easton: „Schlampen mit Moral“. München 2020. Neuauflage des Klassikers, Übersetzung aus dem Englischen.
- Regula Heinzelmann: „Die neuen Paare. Anleitung zur Polygamie“. München 1994; Eine der ältesten deutschsprachigen Anleitungen für Mehrfachbeziehungen
Analysen und Streitschriften deutsch
- Oliver Schott: „Lob der offenen Beziehung. Über Liebe, Sex, Vernunft und Glück“; Berlin 2010; Scharfe Abrechnung mit der Monogamie und kritische Erörterungen zu alternativen Beziehungsmodellen; Polyamorie wird in einem eigenen Kapitel behandelt.
- Thomas Schroedter, Christina Vetter: „Polyamory – Eine Erinnerung“; Stuttgart 2010. Kritische Analyse aus linker Perspektive unter besonderer Berücksichtigung pädagogischer Themen
- Cornelia Jönsson, Simone Maresch: „111 Gründe, offen zu lieben – Ein Loblied auf offene Beziehungen, Polyamorie und die Freundschaft“; Berlin 2010 Im humorigen Tonfall ein Plädoyer für Polyamorie, dargestellt in 111 Kurzkapiteln und anhand einer Vielzahl von Protagonist*innen
- Bertrand Russel: „Ehe und Moral (Marriage and Morals)“, 1929; der berühmte Philosoph und Mathematiker Russell argumentiert, dass die traditionellen Gesetze und Vorstellungen über Sexualität seit dem Aufkommen von Empfängnisverhütung nicht länger gültig seien, da die sexuellen Akte nunmehr von der Empfängnis getrennt werden können. Er plädiert für einen Verzicht auf Monogamie als Wertvorstellung und einem Vorrang für die Selbstbestimmung innerhalb von Partnerschaften und Ehen.
Deutsche Biografien, Autobiografien, Interviews und Berichte
- Nelly Stockburger: „Briefe von Draußen: Über Liebe und Revolution“.; Boxverlag (Bad Lausick) 2013, ISBN 9783981221527 .
- Felix Ihlefeldt: „Wenn man mehr als einen liebt: Frauen und Männer erzählen von ihrer Art, Partnerschaft freier zu leben“; Berlin 2008; Der Autor stellt in 12 Interviews unterschiedliche Beziehungsgemeinschaften von 3 bis 6 Personen vor.
- Erhard Söhner, Bärbel Schlender (Hrsg.): „Ein Frühstück zu Dritt: Leben und lieben in Mehrfachbeziehungen“; novum Verlag 2006;
- Laura Méritt, Traude Bührmann, Nadja Boris Schefzig (Hrsg.): „Mehr als eine Liebe: Polyamouröse Beziehungen“; Berlin 2005; 30 Autorinnen beleuchten in Portraits, Erzählungen, Interviews und Analysen das Thema. Lesbisch orientierte Frauen zählen zu den Wegbereiterinnen der polyamoren Bewegung in Deutschland
- Ilse Lange (Hrsg.): Arnold Zweig, Beatrice Zweig, Helene Weyl: „Komm her, wir lieben dich. Briefe“; Berlin 1996
- Manfred Flügge: „Gesprungene Liebe: die wahre Geschichte zu ‚Jules und Jim‘ “, Berlin, 1996.
- Nigel Nicolson: „Portrait einer Ehe – Harold Nicolson und Vita Sackville-West;“ ungekürzte Ausgabe in deutscher Übersetzung, Ullstein 1996; Biografisches Buch über die Ehe von Vita Sackville-West und Harold Nicolson, geschrieben vom Sohn des Paares und basierend auf Aufzeichnungen von Sackville-West (Original: „Portrait of a Marriage: Vita Sackville-West and Harold Nicolson“; Atheneum (New York) 1973)
- Henri-Pierre Roché: „Jules und Jim“; Die Basis dieses von François Truffaut verfilmten Romans bildet eine wahre Geschichte, die Roché mit seinem Freund, dem deutschen Schriftsteller Franz Hessel, und dessen Frau Helen Hessel, geborene Grund, erlebt hat. (Original: „Jules et Jim“; Gallimard, 1953)
- Etty Hillesum: „Das Denkende Herz. Die Tagebücher von Etty Hillesum 1941–1943“, Frankfurt 1985; Die Tagebücher der in Ausschwitz ermordeten niederländischen Lehrerin.
Englischsprachige Literatur
Gesucht werden kann z.B. unter Google Scholar: http://scholar.google.de/scholar?hl=de&q=polyamory&btnG=&lr=
Ratgeber englisch
- Eve Rickert, Andrea Zanin: „The New More Than Two. A Philosophical Reimagining of the Classic Nonmonogamy Guide“. Soll 2026 erscheinen.
- Jessica Fern, David Cooley: „Polywise. a deeper dive into navigating open relationships“. 2023.
- Jessica Fern: „Polysecure. Attachment, Trauma and Consensual Non-monogamy“. 2022 und das dazugehörige Workbook; Bindungstheorie auf Polyamorie angewandt, derzeit das meistgelesene und -besprochene Buch zu Polyamorie.
- Franklin Veaux, Eve Rickert: „More Than Two: A Practical Guide to Ethical Polyamory“ USA 2014/Canada 2024; ein Standardwerk, erste Ausgabe mittlerweile stark kritisiert.
- Deborah Anapol: „Polyamory in the 21st Century. Love and Intimacy with Multiple Partners“; 2010
- Tristan Taormino: „Opening Up: A Guide To Creating and Sustaining Open Relationships“. 2008
- Peter J. Benson: „The Polyamory Handbook: A User’s Guide“; AuthorHouse (Bloomington, Indiana), 2008; Das Buch erörtert auf fast 400 Seiten die Praxis von polyamoren Beziehungen an vielen Beispielen und stellt Strategien und sich etablierende Normen in polyamoren Netzwerken vor.
- Anthony Ravenscroft: „Polyamory. Roadmaps for the Clueless & Hopeful“, Fenris Brothers (Santat Fe, New Mexico) 2004. Ravenscroft fasst Polyamory als „neues Paradigma“ zwischenmenschlicher Beziehungen auf, welches, um erfolgreich zu sein, ein tiefgreifendes Hinterfragen gängiger Annahmen erfordert. Das Buch enthält ausführliche und begründete Warnungen und Beispiele, warum polyamore Beziehungen mit beträchtlichen Risiken behaftet sind.
- Wendy-O Matik: „Redefining Our Relationships: Guidelines For Responsible Open Relationships“; Defiant Times Press 2002; Ein 95 Seiten starkes Büchlein einer anarchistischen Dichterin, die aus subjektiver Perspektive ihre Gedanken zum Gelingen von Liebe mitteilt
- Dossie Easton, Janet W. Hardy (ursprünglich unter dem Pseudonym Catherine A. Liszt): „The Ethical Slut: A Guide to Infinite Sexual Possibilities“, Greenery Press, 1998. In dem Szeneklassiker „The Ethical Slut“ stehen die Aspekte Vertrauen, Partnerschaft, Liebe und insbesondere „Community“ als Bestandteile praktizierter Polyamory im Vordergrund. Das Buch ist 2009 in 2. Edition unter dem Titel „Ethical Slut: A Roadmap for Relationship Pioneers“ neu erschienen (Celestial Arts).
- Celeste West: „Lesbian Polyfidelity: A Pleasure Guide for All Women Whose Hearts Are Open to Multiple Sexualoves, or, How to Keep Nonmonogamy Safe, Sane, Honest, & Laughing, You Rogue!“; Booklegger Publishing (San Franscisco, CA), 1996; Die Autorin stellt ausgiebig lesbisches polyamores Leben vor
- Deborah Taj Anapol:“Polyamory – The New Love without Limits“; ) 1992; überarbeitete Neuausgabe San Rafael (IntiNet Resource Center 1997; Es werden der Übergang von monogamen Beziehungen zu polyamoren beschrieben und Erfahrungen zum Umgang mit Eifersucht wiedergegeben.
Englische Biografien, Autobiografien, Interviews und Berichte
- Elisabeth Sheff: „The Polyamorists Next Door“. 2015. Beschreibt polyamore Beziehungen in den USA und deren Lebensrealität.
- Jennifer Gates: „Survivors of an Open Marriage“, KiWE Publishing, Spokane, Washington, 2002; Dieses Buch beschreibt detailliert die Entwicklung eines Paares, welches sich inspiriert durch ein Buch von Nena und George O’Neill entschließt, eine offene Ehe zu führen, und dies nach schmerzhaften Erfahrungen als bedauerlichen Fehler aufgibt und sich traditionellen Werten zuwendet.
Französischsprachige Literatur
Ratgeber französisch
- Françoise Simpère: „Guide des amours plurielles, pour une écologie amoureuse“; Pocket, 2009
- Yves-Alexandre Thalmann: „Vertus du polyamour, la magie des amours multiples“; Éditions Jouvence, 2006
- Françoise Simpère: „Aimer plusieurs hommes“; Éditions de la Martinière, 2002; nouvelle édition revue et augmentée, éd. Autres Mondes, 2010
Analysen und Streitschriften französisch
- Vincent Cespendes: „Je t’aime, Une autre politique de l’amour“; Éditions Flammarion, 2003;
- Paule Salomon: „Bienheureuse infidélité“; Albin Michel, 2003;
- Raoul Vaneigem: „Traité de savoir-vivre à l’usage des jeunes générations“; Edition Gallimard, 1967
- Émile Armand: La Révolution sexuelle et la camaraderie amoureuse“; 1934 Das bekannteste Werk des pazifistischen französischen Individualanarchisten Émile Armand (Ernest-Lucien Juin)